Grüne Lichtschleier ziehen über den Nachthimmel, verändern ihre Form und leuchten manchmal sogar rot oder violett. Polarlichter gehören zu den eindrucksvollsten Naturphänomenen der Erde. Mal erscheinen sie als zarte Lichtbänder am Horizont, mal erhellen sie mit ihren wechselnden Farben große Teile des Himmels. Besonders im hohen Norden lockt dieses außergewöhnliche Schauspiel jedes Jahr zahlreiche Menschen an. Wer die faszinierenden Lichterscheinungen einmal mit eigenen Augen erlebt hat, wird diesen Anblick vermutlich so schnell nicht vergessen. Für die Gelegenheit, Nordlichter zu beobachten, nehmen viele deshalb gerne einige Stunden weniger Schlaf in Kauf.
Beeinträchtigen Polarlichter unseren Schlaf?
Ob Polarlichter unabhängig von ihrer nächtlichen Beobachtung einen Einfluss auf unseren Schlaf haben, ist bislang weitgehend ungeklärt. Zwar gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass das Leuchten selbst unseren Schlaf stört. Allerdings stehen Polarlichter mit Veränderungen des Erdmagnetfelds in Verbindung. Deshalb wird untersucht, ob solche geomagnetischen Schwankungen auch biologische Prozesse beim Menschen beeinflussen können.
Einzelne kleinere Studien deuten auf einen möglichen Zusammenhang zwischen geomagnetischer Aktivität und dem Schlafhormon Melatonin hin. Die bisherige Datenlage reicht jedoch nicht aus, um daraus verlässliche Aussagen über Auswirkungen auf unsere Schlafqualität abzuleiten.
Warum Polarlichtnächte den Schlaf rauben können
Deutlich spürbarer als mögliche geomagnetische Einflüsse kann sich die nächtliche Beobachtung der Nordlichter auf unseren Schlaf auswirken. Wer auf das Naturschauspiel wartet, bleibt häufig bis weit nach Mitternacht wach. Man kontrolliert Vorhersagen, fährt zu abgelegenen Aussichtspunkten oder wartet stundenlang auf eine Wolkenlücke.
Werden aus der nächtlichen Polarlichtbeobachtung gleich mehrere kurze Nächte hintereinander, kann sich ein Schlafdefizit aufbauen. Die Folgen reichen von Müdigkeit und Konzentrationsproblemen bis hin zu einer verminderten Leistungsfähigkeit.
Hinzu kommt die Aufregung nach einer erfolgreichen Beobachtung. Wer gerade ein außergewöhnliches Naturschauspiel erlebt hat, findet möglicherweise schwerer zur Ruhe.
Was sind Polarlichter und wie entstehen sie?
Polarlichter entstehen durch das Zusammenspiel von Sonnenwind, Erdmagnetfeld und Erdatmosphäre. Die Sonne gibt kontinuierlich elektrisch geladene Teilchen ins Weltall ab. Ein Teil dieser Teilchen gelangt in die Nähe der Erde und beeinflusst deren Magnetfeld. Dabei können Elektronen entlang der Magnetfeldlinien in die oberen Schichten der Atmosphäre gelangen. Treffen sie dort auf Sauerstoff und Stickstoff, entsteht das charakteristische Leuchten der Polarlichter. Welche Farben dabei sichtbar werden, hängt unter anderem von den beteiligten Gasen und der Höhe ab. Am häufigsten erscheinen Polarlichter grün, gelegentlich leuchten sie auch rot, blau oder violett.
Auf der Nordhalbkugel heißen sie Nordlichter oder Aurora Borealis, auf der Südhalbkugel Südlichter beziehungsweise Aurora Australis. Beide Erscheinungen beruhen auf denselben physikalischen Vorgängen.
Wann und wo kann man Nordlichter am besten sehen?
Besonders gute Chancen auf Nordlichter bestehen in Nordnorwegen, Schwedisch-Lappland, Finnland, Island und Grönland sowie in Alaska und Nordkanada. Die Beobachtungssaison reicht in vielen dieser Regionen ungefähr von September bis März oder April. Entscheidend sind ausreichend dunkle Nächte, ein möglichst wolkenfreier Himmel und geringe Lichtverschmutzung.
Polarlichter können zu unterschiedlichen Nachtzeiten auftreten. Besonders günstig sind häufig die Stunden rund um Mitternacht. Ihre Intensität lässt sich jedoch nur begrenzt vorhersagen. Wer Nordlichter beobachten möchte, braucht deshalb neben guten Bedingungen auch etwas Geduld.
Sonnenmaximum: Warum die Chancen auf Polarlichter derzeit gut sind
Die Sonne durchläuft einen Aktivitätszyklus von durchschnittlich elf Jahren. Während des sogenannten Sonnenmaximums treten besonders viele Sonnenflecken und häufiger starke Ausbrüche auf. Diese können geomagnetische Stürme auslösen, durch die Polarlichter intensiver werden und sich über größere Gebiete ausbreiten.
Der aktuelle Sonnenzyklus erreichte seinen Höhepunkt im Oktober 2024. Doch auch danach bleibt die Sonne aktiv: Selbst während die Sonnenaktivität allmählich abnimmt, können starke geomagnetische Stürme auftreten und für spektakuläre Polarlichter sorgen.
Kann man Polarlichter auch in Deutschland sehen?
Dass Polarlichter auch über Deutschland sichtbar werden können, zeigte sich in den vergangenen Jahren mehrfach eindrucksvoll. Bei starken geomagnetischen Stürmen reichte das farbenprächtige Himmelsschauspiel zeitweise bis weit in den Süden Deutschlands.
Mit bloßem Auge erscheinen Polarlichter hierzulande häufig deutlich schwächer als auf Fotografien. Statt kräftig leuchtender Farben sind manchmal nur blasse Lichtschleier oder ein leichtes Schimmern am Himmel zu erkennen. Kameras können die Farben durch längere Belichtungszeiten wesentlich intensiver darstellen.
Die besten Beobachtungsbedingungen bieten dunkle Orte mit freiem Blick nach Norden. Hilfreich sind außerdem aktuelle Polarlichtvorhersagen, die unter anderem auf Messungen der geomagnetischen Aktivität beruhen.
Polarlichter, Polarnacht und die innere Uhr
Wer für die Nordlichter weit in den Norden reist, trifft im Winter auf außergewöhnliche Lichtverhältnisse. Die Tageslichtstunden sind dort stark verkürzt. Während der Polarnacht bleibt die Sonne nördlich des Polarkreises zeitweise sogar vollständig unter dem Horizont.
Diese veränderten Hell-Dunkel-Verhältnisse können die innere Uhr beeinflussen. Warum unser Schlaf auf Licht reagiert und welche Besonderheiten die Polarregionen mit sich bringen, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag Mitternachtssonne, Polartag und Polarnacht: So beeinflussen sie unseren Schlaf.
Polarlichter beobachten und trotzdem gut schlafen
Wer Polarlichter beobachten möchte, muss mitunter lange wach bleiben. Mit etwas Planung lässt sich jedoch vermeiden, dass die nächtlichen Ausflüge zu einem größeren Schlafdefizit führen.
- Schlafzeiten einplanen: Nach einer langen Polarlichtnacht sollte am nächsten Morgen möglichst genügend Zeit zum Ausschlafen bleiben. Wer mehrere Nächte hintereinander Nordlichter beobachten möchte, sollte zwischendurch ausreichend Schlaf einplanen.
- Polarlichtvorhersagen gezielt nutzen: Aktuelle Prognosen zur geomagnetischen Aktivität und zur Bewölkung helfen dabei, aussichtsreiche Beobachtungsnächte auszuwählen. Das erspart zwar keine Wartezeit, kann aber unnötig lange nächtliche Ausflüge reduzieren.
- Kurze Ruhepausen einlegen: Nach einer verkürzten Nacht kann ein Nickerchen von etwa 30 Minuten die Aufmerksamkeit verbessern. Es ersetzt allerdings keinen ausreichenden Nachtschlaf.
- Nach der Beobachtung zur Ruhe kommen: Gedämpftes Licht und eine ruhige Umgebung erleichtern den Übergang zur Nachtruhe. Auch ein bequemes Kopfkissen, das zur bevorzugten Schlafposition passt, kann dazu beitragen, nach einer langen Nacht entspannt zu liegen.
Nach mehreren Stunden in der winterlichen Kälte ist ein gemütliches Bett besonders willkommen. Eine zur Raumtemperatur und zum persönlichen Wärmebedürfnis passende Bettdecke von billerbeck sorgt für ein angenehmes Schlafklima und schafft gute Voraussetzungen für eine erholsame Nacht.








