Noch besser schlafen, noch erholter aufwachen, noch mehr aus der Nacht herausholen? Wer versucht, seinen Schlaf zu perfektionieren, gerät schnell in die Optimierungsfalle. Warum es oft sinnvoller ist, beim Thema Schlaf auf Gelassenheit statt auf Perfektion zu setzen, lesen Sie hier.
Der Schlafforscher Dr. Vorster steht dem aktuellen Trend «Sleepmaxxing» kritisch gegenüber: «Es ist gut, dass wir uns um unseren Schlaf kümmern – er ist einer der vier grossen Pfeiler der Gesundheit. Aber je mehr wir versuchen, ihn zu perfektionieren, desto schlechter funktioniert er.» Denn: Schlaf lässt sich nicht erzwingen.
Wer mit Leistungsdenken ins Bett geht – möglichst effizient schlafen, möglichst schnell einschlafen – blockiert den natürlichen Prozess. Diese Überfokussierung, die mit Sleepmaxxing einhergeht, fördert den Schlaf nicht, sondern hemmt ihn. Und das ist auch wissenschaftlich belegt. In einer Studie zeigte sich gar: Je mehr Geld Probanden für schnelles Einschlafen erhielten, desto länger brauchten sie, um einzuschlafen.
«Schlaf ist das pure Gegenteil von Leistung. Je mehr man ihn fokussiert, desto weniger stellt er sich ein.» Dr. Vorster, Schlafforscher
Weniger optimieren, mehr loslassen
Dr. Vorster bringt es auf den Punkt: «Wer die Grundlagen berücksichtigt, hat das Potenzial für eine erholsame Nacht bereits ideal ausgeschöpft. Mehr braucht es in der Regel nicht.» Fakt ist: Schlaf lässt sich nicht erzwingen und somit auch nicht beliebig optimieren.
Wirklich sinnvoll ist es, auf die Schlaf-Basics zu achten:
- Eine Schlafdauer von 6 bis 8 Stunden
- Regelmässige und geeignete Schlafenszeiten mit einer Abendroutine
- Eine gute Atmung sowie (falls nötig) die Behandlung des Schnarchens
- Genügend Tageslicht im Alltag mit 1 bis 2 Stunden im Freien
Alles darüber hinaus erzeugt häufig nur unnötigen Druck – und der ist wiederum der grösste Feind des Schlafs.
Schlaftipp von Dr. Vorster:
«Gehen Sie möglichst sorgenfrei ins Bett – ohne den Anspruch, perfekt schlafen zu müssen. Entspannungsübungen als Teil der Abendroutine können dabei helfen. Und: Legen Sie sich erst hin, wenn Sie wirklich schläfrig sind.»
Quellenverweis:
Dr. Albrecht Vorster, Schlafforscher (persönliches Gespräch, 22. Dezember 2025)
- Rasskazova E, Zavalko I, Tkhostov A, Dorohov V. High intention to fall asleep causes sleep fragmentation. J Sleep Res. 2014;23(3):295-301. doi:10.1111/jsr.12120
- Broschüre: Guter Schlaf vom Swiss Sleep House Bern. Abrufbar unter: https://sleephouse.insel.ch/de/patienten-und-besucher/informationen-zum-download








