Sie wälzen sich morgens aus dem Bett und sehen die Szenen Ihres wirren Traumes noch klar vor Augen? Oder Sie denken: «Ich träume nie» – und fragen sich, ob das normal ist? Beides ist möglich.
Beruhigend zu wissen: Sie sind nicht traumlos, denn wir alle träumen – und das ist noch nicht alles. «Tatsächlich hat jeder Mensch rund 100 Träume pro Nacht», so der Schlafforscher Dr. Vorster. Doch erst beim Aufwachen bleibt etwas davon im Gedächtnis. Wer durchschläft, kann sich also gar nicht daran erinnern.
«Wer nachts häufig aufwacht, zum Beispiel durch Stress, Lärm oder Schlafapnoe, nimmt Träume bewusster wahr.» Dr. Vorster, promovierter Biologe und Schlafforscher.
Wie die Schlafqualität unsere Träume beeinflusst
Menschen, die von intensiven, oft belastenden Träumen berichten, haben häufig einen unruhigen oder leichten Schlaf. «Je häufiger jemand nachts wach wird oder länger im Bett bleibt, desto mehr Träume kann er erinnern», erklärt Dr. Vorster, Schlafforscher seit über 15 Jahren. Vor allem in den frühen Morgenstunden, wenn wir zwischen Schlaf und Wachsein pendeln, häufen sich die REM-Phasen – also jene Schlafphasen, in denen besonders viele und lebhafte Träume entstehen.
Wer sich stärker für seine Träume interessiert, wird sie auch häufiger bemerken. Ein einfaches Traumtagebuch oder eine Sprachnotiz direkt nach dem Aufwachen können die Aufmerksamkeit für nächtliche Erlebnisse schärfen. Doch nicht jeder Traum bedeutet etwas: «Träume sind oft nur lose Zusammenschnitte aktiver Hirnareale», erklärt Dr. Vorster. Natürlich tauchen Themen, die uns tagsüber emotional beschäftigen, nachts wieder auf – doch das ist kein Anlass für tiefere Deutungen.
Fakt ist: Viel träumen bedeutet oft auch unruhiger schlafen. Wer häufig träumt, schläft meist nicht tief und regelmässig. Dies ist kein Grund zur Sorge – aber ein Hinweis, auf die eigene Schlafqualität zu achten. Umgekehrt gilt: Wer sich nie an Träume erinnert, schläft wahrscheinlich ruhiger als gedacht.
Schlaftipp von Dr. Vorster:
«Wenn Sie Ihre Träume besser verstehen möchten, schreiben Sie sie morgens sofort auf. So fördern Sie nicht nur die Erinnerung, sondern erkennen auch, welche Gedanken oder Themen Sie gerade unbewusst beschäftigen.»
Quellenverweis: Dr. Albrecht Vorster, promovierter Biologe und Schlafforscher (persönliches Gespräch, 13. August 2025)








